Das Ta Ra El

Text - Jörg Isenberg
Titelbild - Regina Sitz

Im Jahr 2062 n. Chr. verließ das Siederraumschiff KON TIKI die Erde mit unbekanntem Ziel. An Bord befanden sich 900 Menschen, die in den Tiefen des Alls eine neue Heimat suchten. Sie durchquerten einen Sternensektor, der für seine Hyperstürme bekannt und berüchtigt ist. Das Schiff verschwand am 2. Januar 2062, ohne Spuren zu hinterlassen.

Der Planet Piruan – 1239 Jahre nachdem eine Hyperanomalie die KON TIKI in einen unbekannten Teil des Universums versetzte: Aus der Besatzung des gestrandeten Raumschiffs ist eine blühende Zivilisation erwachsen, die fast vollständig auf Weltraumfahrt und gänzlich auf die Verwendung von 5-D-Technologie verzichtet – eine direkte Folge des Hypersturm-Traumas. Die KON TIKI ist zum Ausstellungsstück eines Museums geworden.

Die Piruaner können nicht ahnen, dass sie sich im Machtbereich der Superintelligenz Ta Ra El befinden und seit ihrer Ankunft unter Beobachtung stehen. Die Katastrophe in Form eines Abgesandten des Überwesens trifft die Siedler völlig unvorbereitet. Ein gigantisches Raumschiff, der Schalengarten des Ta Ra El, von den Menschen MANDALA genannt, assimiliert zunächst den Mond Poris und anschließend den Planeten Piruan mitsamt seinen Bewohnern.

Kurz zuvor gelingt der Wissenschaftkoordinatorin Nelis Meredith und einer kleinen Crew ein Alarmstart mit der uralten KON TIKI. Das Schiff wird beim Anflug auf MANDALA vernichtet, die Besatzung in den Schalengarten versetzt. Die Piruaner erfahren, dass sie dazu bestimmt worden sind, an einer kosmischen Selektion teilzunehmen, einem Wettstreit, um brauchbare Hilfsvölker für das Ta Ra El auszusieben. Gelingt es den Piruanern, die Kontrahenten zu übertrumpfen, verspricht die Superintelligenz die Wiederherstellung Piruans und eine Sonderstellung unter den Völkern ihrer Mächtigkeitsballung.

Die Aufgabenstellung mutet sonderbar an. In einem Planspiel sollen die Bewohner des Planeten Scha Gonn, das Kriegervolk der Schaasen, befriedet werden. Nelis Meredith nimmt die Herausforderung an. Was als Wettstreit geplant war, entwickelt sich jedoch zu einem mörderischen Kampf, und Nelis Meredith beginnt zu ahnen, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, Raum und Zeit beginnen zu verwischen. Und allmählich wird der Wissenschaftskoordinatorin klar, dass das Ziel dieses Planspiels keinesfalls aus einem Sieg einer der drei miteinander ringenden Parteien bestehen kann ...

Jörg Isenberg

Jahrgang 1968, wohnt in Meschede, Hochsauerlandkreis. Er ist verheiratet, ein Kind. Gelernt hat Jörg die Berufe Technischer Zeichner und Qualitätssicherer. Jörg Isenberg schreibt seit zwanzig Jahren, Veröffentlichungen im Fandom (u.a. Andromeda, Zimmerit, Kopfgeburten) in Anthologien (Schriftreihe Maldoror, Alien Contact, Daedalos) und Magazinen (phantastisch!, c't).

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